Anteil der Landbevölkerung erreicht historischen Tiefstand

Jinny Verdonck

23. April 2020

Stadt und Land driften auseinander. Während die deutschen Städte immer mehr neue Einwohner anlocken, nimmt die Zahl der Landbevölkerung immer weiter ab. Dies gilt sowohl für den Westen als auch für den Osten Deutschlands. In Relation zur Gesamtbevölkerung ist die Zahl der Menschen, die auf dem Land lebt, aktuell so niedrig wie zuletzt in 1871. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des ifo Instituts.

Flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Leistungen schwierig

Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Regionen Deutschlands unter die Lupe genommen. Diese setzen sich aus den vier Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Hessen zusammen. Die Analyse fand heraus, dass seit dem Jahr 1945 in allen drei der untersuchten Regionen ein Trend zur Urbanisierung deutlich ist. Dabei verzeichnet vor allem Berlin und Brandenburg eine ungleiche Verteilung der Stadt- und Landbevölkerung. Dieser Urbanisierungstrend hat zur Folge, dass eine flächendeckende Versorgung in Bezug auf Verkehrsinfrastruktur, Gesundheit und Pflege schwieriger wird.

Ganze Regionen registrieren einen durch die Landflucht verursachten Rückgang der Konjunktur. Zeitgleich erfreuen sich die urbanen Zentren über eine starke wirtschaftliche sowie soziale Anziehungskraft. Dies stellt für Politik und Wirtschaft eine große Herausforderung dar. Eine Maßnahme ist, Bundesbehörden künftig in ländlichen Regionen anzusiedeln. Dies soll dafür sorgen, dass die Ballungszentren weniger Druck verspüren. So kommt auch der ifo Untersuchungsbericht zu dem Schluss, dass es notwendig sei, den Schwerpunkt hierzulande wieder verstärkt auf die Problemlagen zu richten.