Das Umland verzeichnet schnelleren Anstieg der Wohnungsmieten

Jinny Verdonck

19. Oktober 2021

Die Schwarmstädte registrieren inzwischen nur einen langsamen Mietanstieg. Stattdessen werden die Mieten im Umland erheblich teurer. Wer eine Eigentumswohnung kaufen möchte, der muss jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Empirica-Immobilienpreisrankings.

Im Vergleich zum zweiten Quartal sind die Mietpreise im dritten Quartal hierzulande um knapp 1 % gestiegen und zwar im Durchschnitt aller Baujahre. Somit ist der Preisanstieg deutlich geringer als bei den Eigentumswohnungen, die um 2,5 % teurer geworden sind. Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind sogar um 4 % gewachsen. Bei den Neubauwohnungen gab es im dritten Quartal ein Plus von 2,7 % und bei neuen Häusern 3,9 %. Im Vergleich dazu sind Neubau-Mietwohnungen lediglich um 1,2 % teurer geworden. 

Neubauwohnungen sind doppelt so teuer wie noch vor zehn Jahren

Empirica hat ermittelt, dass die Eigentumswohnungen in den Städten und Landkreisen im Jahresvergleich um 11,7 % gewachsen sind. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sind die inserierten Kaufpreise bundesweit sogar um mehr als das Doppelte in die Höhe geklettert. 

Besonders stark sind die Preise in Bayern gestiegen. Spitzenreiter ist der Landkreis Miesbach in Oberbayern, wo der Quadratmeterpreis bei 11.188 Euro liegt. In München werden Eigentumswohnungen im Neubau inzwischen für 10,712 Euro pro Quadratmeter verkauft. Gefolgt von den bayrischen Landkreisen München mit einem Quadratmeterpreis von 8.865 Euro und Starnberg mit 8.542 Euro. An vierter Stelle befindet sich Baden-Württemberg mit seiner Landeshauptstadt Stuttgart, wo jeder Quadratmeter 7.927 Euro kostet. Den fünften Platz belegt wieder Bayern mit Garmisch-Partenkirchen mit einem Quadratmeterpreis von 7.882 Euro.

Bestandswohnungen 

Es gibt im dritten Quartal 2021 lediglich drei Landkreise, in denen Eigentumswohnungen im Bestand noch für weniger als 1.000 Euro pro Quadratmeter zu haben sind. Am günstigsten ist der Landkreis Prignitz in Brandenburg mit einem Quadratmeterpreis von nur 564 Euro. Im niedersächsischen Landkreis Holzminden sind es 827 Euro und in Greiz in Thüringen 892 Euro. 

In Bayern sind die Neubaumieten am teuersten

Verglichen mit dem zweiten Quartal sind die inserierten Mietpreise für Neubauwohnungen in den kreisfreien Städten um 1,4 % gewachsen und in den Landkreisen um 1 %. Bundesweit gab es einen Preisanstieg von 4,5 % und im Zehn-Jahres-Vergleich gab es sogar ein Plus von 39 %. 

In München zahlt man mit 19,04 Euro pro Quadratmeter die höchste Miete. In Frankfurt liegen die Mietpreise bei 15,98 Euro je Quadratmeter. In den Landkreisen Ebersberg und Dachau liegen die Mietpreise mit 15,03 Euro bzw. 14,97 % sogar noch vor den Schwarmstädten Stuttgart und Berlin, wo die Mieten 14,95 Euro bzw. 14,60 Euro kosten.  

Auch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern liegt München mit 11.333 Euro vorn. In den Top 10 der teuersten Städte und Kreise befindet sich Darmstadt in Hessen mit einem Preis von 7.924 Euro je Quadratmeter. Die restlichen 9 Plätze liegen allesamt in Bayern.