Hamburg weicht bei der Grundsteuer vom Bundesmodell ab

Jinny Verdonck

3. September 2020

Hamburg plant ein neues Grundsteuergesetz und hat die Eckpunkte dazu nun präsentiert. Neben der Fläche ist auch die Wohnlage ausschlaggebend.

Die Grundsteuer muss bis 2025 neu berechnet werden und die Bundesländer können sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder sie wählen das Bundesmodell oder sie schlagen einen eigenen Weg ein und beschließen dazu ein Gesetz (Öffnungsklausel). Da der Bodenwert beim Bundesmodell einbezogen wird, hat sich Hamburg für eine eigene Methode zur Berechnung entschieden. Der Hamburger Immobilienmarkt gilt nämlich als angespannt und die Bodenwerte steigen rasant. Die Finanzbehörde von Hamburg plant, die Grundstücksfläche mit 0,02 Euro pro Quadratmeter zu bewerten, während die Gebäudefläche mit jeweils 0,40 Euro pro Quadratmeter bewertet werden soll. Dies soll unabhängig von der Nutzung geschehen.

Grundsteuer C soll Bodenspekulation verhindern

Eine steuerliche Begünstigung soll es für Wohnanlagen geben. Um die Lage zu berechnen, wird der Mietspiegel zurate gezogen, denn dieser teilt die Grundstücke in die beiden Wohnlagen ‘normal’ und ‘gut’ ein. Zudem soll die sogenannte Grundsteuer C dabei helfen, Bodenspekulation vorzubeugen. Brachliegende Grundstücke, die eine Baugenehmigung haben, unterliegen in Zukunft einem höheren Hebesatz. Jeder Eigentümer müsse nun innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Bebauungsplan für sein Grundstück entwerfen.

Auch Baden-Württemberg hat sich in Sachen Grundsteuer gegen das Bundesmodell entschieden und arbeitet derzeit an einem eigenen Grundsteuergesetz.