Prognose des Wohnkostenreports: Corona-Pandemie hat vergleichsweise geringe Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Jinny Verdonck

28. Mai 2020

Der aktuelle Wohnkostenreport des IW Köln zeigt, dass der deutsche Wohnungsmarkt ohne größeren Schaden aus der Corona-Krise herauskommen könnte.

401 Kreise analysiert

Im Wohnkostenreport wurde Wohnen im Eigentum mit Wohnen zur Miete verglichen, um zu ermitteln, welche dieser beiden Wohnformen die günstigere Variante ist. Die Analyse kommt zu einem klaren Ergebnis: Eigentümer, die Ihre Immobilie selbst nutzen, haben gegenüber Mietern einen Kostenvorteil von durchschnittlich 48,5 %. Die Wohnnutzerkosten liegen in 392 der 401 analysierten Kreise unter den Mietkosten für eine vergleichbare Wohnung. Mit dem Wohnnutzerkostenansatz ist es möglich, die Mietkosten mit den regelmäßig anfallenden Kosten eines Wohneigentümers zu vergleichen.

Zinssenkung

Für Wohneigentümer sind die laufenden Kosten zwischen 2018 und 2019 aufgrund des Zinsrückgangs für Hypothekendarlehen gesunken. Zusätzlich zur Reduzierung der laufenden Kosten der Wohneigentümer im Vergleich zu den Mietern, gab es auch eine Reduzierung der benötigten Annuitäten bei der Finanzierung einer Immobilie. Während die Kaufpreise für Wohnimmobilien zwar in die Höhe geklettert sind, war dieser Anstieg geringer als die Senkung der Zinsen. Dadurch hat sich das Finanzierungsvolumen beim Kauf einer Immobilie zum Teil erheblich verringert.

Deutschlandweite Unterschiede

Welche wirtschaftlichen Folgen mitsamt den damit verknüpften Wohnungsmarktrisiken die Corona-Pandemie birgt, ist jedoch von Region zu Region verschieden. Besonders im Süden der Bundesrepublik hat es den Anschein, als gäbe es sehr hohe Risiken für Anpassungen in den Wohnimmobilienpreisen. Die Erwartungen bedürfen eventuell einer Überprüfung. Im Osten des Landes sieht die Lage allerdings ganz anders aus, denn dort wird es aller Voraussicht nach einen Anstieg der Mieten und somit auch einen Anstieg der Preise geben.