Solarstrom: Für Hauseigentümer sind Verluste steuerlich absetzbar

Jinny Verdonck

4. Februar 2021

Bei einer Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz durch eine auf dem Dach angebrachte Solaranlage müssen die dadurch erzielten Gewinne versteuert werden. Manchmal kommt es aber auch vor, dass durch den Betrieb Verluste entstehen. In einem solchen Fall ist eine Steuerminderung möglich. Nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil dürfen diese nicht vom Finanzamt gestrichen werden.

Hintergrund zum Fall

In den ersten Jahren kann der Betrieb einer Solaranlage zu Verlusten führen, insbesondere dann, wenn die Anlage teuer war und die Einspeisevergütung niedrig ist. Dies musste eine Hauseigentümerin in Thüringen feststellen. Die Eigentümerin verzeichnete innerhalb der ersten drei Jahre nach der Anschaffung der Solaranlage Verluste und machte diese in ihrer Einkommenssteuererklärung steuermindernd geltend. Da das Finanzamt diese Steuerminderung nicht anerkannte, wurde der Fall vor dem Finanzgericht (FG) Thüringen verhandelt.

Urteil des Gerichts

Vor Gericht ging es darum, ob der Betrieb der Solaranlage mit der Absicht zur Gewinnerzielung ausgeführt wurde oder ob es stattdessen als „steuerlich unbeachtliche Liebhaberei” aufzufassen sei, wie das Finanzamt vermutete. Laut den Berechnungen des Finanzamts könne sich die Anschaffung der Photovoltaikanlage gar nicht lohnen.

Die Richter des Finanzgerichts waren jedoch anderer Auffassung. Demnach sei grundsätzlich davon auszugehen, dass beim Betrieb einer solchen Solaranlage die Absicht bestehe, Gewinne zu erzielen. Aus diesem Grund sei das Finanzamt verpflichtet, Verluste steuermindernd anzuerkennen, so das Urteil des Finanzgerichts Thüringen vom 11.09.2019. Gegen dieses Urteil legte das Finanzamt beim Bundesfinanzhof (BFH) zunächst Revision ein. Da das Finanzamt diese allerdings wieder zurücknahm, ist das Urteil des Finanzgerichts Thüringen nun rechtskräftig.

Thüringer FG, Urteil vom 11.09.2019; Az.: 3 K 59/18